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Lauflernschuhe bis wann? - Wann ist es Zeit für den Wechsel zu normalen Schuhen?

Geposted von Grazyna Ptak am


Heute nehme ich mir das Thema „Lauflernschuhe bis wann?“ vor. Mein letzter Ratgeberartikel zum Start mit Lauflernschuhen hat so viel Zuspruch gefunden und nun kam vermehrt die Frage, wann es denn eigentlich Zeit für normale Schuhe wird. Schauen wir uns also gemeinsam an, ab wann Ihre Kinder auf normale Schuhe umsteigen können – ohne die gesunde Fußentwicklung zu gefährden. Gerne teile ich wieder Tipps, welche Anzeichen den richtigen Zeitpunkt anzeigen, wie Sie den Übergang schrittweise gestalten und welche Vorteile dieser Wechsel mit sich bringt. 


Wann sind normale Schuhe angebracht?

Ich werde nicht müde, es zu wiederholen: Kinderfüße entwickeln sich kontinuierlich. In der Anfangsphase, wenn der erste Gehversuch gelingt, bieten Lauflernschuhe optimalen Schutz und fördern die natürliche Beweglichkeit. Mit fortschreitender motorischer Entwicklung ändert sich der Bedarf an speziellem Schuhwerk.

Wichtige Indikatoren für den Schuhwechsel zu normalen Schuhen

1. Sicherer, stabiler Gang:
Sobald Ihr Kind sicher und selbstbewusst läuft und sich beim Rennen und Spielen gut bewegt, ist es ein Zeichen dafür, dass die Füße ausgereifter sind. Dies passiert häufig zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr, kann aber individuell variieren.

2. Ausgereifte Fußmuskulatur:
Kinder, die in ihren Bewegungen bereits mehr Stabilität zeigen, benötigen weniger die flexible Unterstützung, die Lauflernschuhe bieten. Haben sich die Fußmuskeln so weit entwickelt, dass das Kind auch in stützenderen Schuhen problemlos läuft, ist es an der Zeit für den Wechsel.

3. Verbesserte Balance und Koordination:
Wenn Ihr Kind das Gleichgewicht besser halten und das Körpergewicht sicher verteilen kann, wird der Schutz durch Lauflernschuhe weniger wichtig. Der Übergang zu normalem Schuhwerk wird so einfacher und natürlicher.

4. Wunsch des Kindes:
Oft äußern Kinder im Vorschulalter den Wunsch, „große“ oder modischere Schuhe zu tragen, weil sie sehen, dass ältere Kinder normale Schuhe tragen. Dieser Wunsch kann ein zusätzlicher Hinweis darauf sein, dass Ihr Kind bereit für den nächsten Schritt ist.


Den Übergang schrittweise gestalten

Der Wechsel von Lauflernschuhen zu normalen Schuhen sollte nicht überstürzt erfolgen. Ein sanfter Übergang hilft dabei, dass sich Ihr Kind an das neue Gefühl gewöhnt, ohne dass die natürliche Fußentwicklung beeinträchtigt wird.

Schritt 1: Beobachtung und regelmäßige Messungen

Achten Sie genau auf das Laufverhalten Ihres Kindes. Beobachten Sie, ob es beim Gehen und Rennen sicher auf den Beinen steht oder noch öfter unsicher wirkt. Messen Sie zudem regelmäßig die Füße – idealerweise alle drei bis vier Monate – um immer die aktuelle Schuhgröße zu kennen. So vermeiden Sie, dass zu enge oder zu weite Schuhe die Entwicklung behindern.
Tipp: Falls sich die Innensohle Ihrer Schuhe nicht herausnehmen lässt, stellen Sie Ihr Kind auf eine Pappe und zeichnen die Umrisse des Fußes auf. Diesen schneiden Sie aus und nehmen ihn zum Testen. Passt die Pappschablone ohne Probleme in den Schuh, ist alles in Ordnung. Achten Sie bitte beim Zeichnen der Schablone darauf, die Zehen Ihres Kindes "glatt" zu streichen. Oft ziehen die Kinder sie an, da es kitzelt.

Schritt 2: Testphase mit normalem Schuhwerk

Führen Sie eine Testphase ein, in der Ihr Kind beide Schuharten wechselt:

Abwechselndes Tragen:
Lassen Sie Ihr Kind anfangs abwechselnd normale Schuhe und weiterhin Lauflernschuhe tragen. So können Sie beobachten, wie es sich in den neuen Schuhen verhält und ob die Füße genügend Bewegungsfreiheit behalten. Das bietet sich gerade in der Übergangszeit an, wenn z.B. die warmen Winterschuhe noch Lauflernschuhe sind und die neuen Sneaker schon normale Schuhe.

Kurze Strecken üben:
Beginnen Sie mit kurzen Strecken im Haus oder im Garten. So kann Ihr Kind die neuen Schuhe ausprobieren, ohne sofort im Alltag vollständig darauf angewiesen zu sein. Beobachten Sie, ob das Kind sicher läuft und ob sich das Gangbild stabilisiert.

Schritt 3: Feedback einholen und anpassen

Fragen Sie Ihr Kind, wie es sich in den neuen Schuhen fühlt. Oft geben Kinder bereits deutlich an, ob etwas drückt oder unbequem ist. Nutzen Sie diese Rückmeldungen, um gegebenenfalls nochmals Anpassungen vorzunehmen – sei es durch einen Wechsel des Modells oder eine erneute Größenmessung.

Schritt 4: Vollständiger Wechsel

Wenn Ihr Kind in normalen Schuhen problemlos und sicher läuft, können Sie den Wechsel abschließen. Auch nach dem Wechsel sollten Sie weiterhin das Laufverhalten beobachten, um sicherzustellen, dass sich die Füße gut entwickeln.


Vorteile des Umstiegs auf normale Schuhe

Der Übergang zu normalen Schuhen bringt für Ihr Kind einige Vorteile, die weit über den modischen Aspekt hinausgehen:

Mehr Stabilität und Unterstützung

Normale Schuhe bieten oft eine strukturiertere Sohle und zusätzliche Unterstützung, die vor allem bei intensiveren Aktivitäten wie Rennen und Springen von Vorteil sind. Diese Stabilität hilft, den Fuß in seiner natürlichen Stellung zu unterstützen, ohne zu stark in den Bewegungsablauf einzugreifen.

Modische Vielfalt und Identifikation

Mit dem Wechsel zu normalen Schuhen kann Ihr Kind seinen eigenen Stil entdecken. Eine größere Auswahl an Designs, Farben und Materialien ermöglicht es, den eigenen Geschmack zu entwickeln und sich mit dem Schuhwerk zu identifizieren. Dies stärkt das Selbstbewusstsein und fördert den Schritt in die Selbstständigkeit. Für mich persönlich gibt es nichts schöneres, als wenn die kleinen Kunden und Kundinnen die glitzernden rosa Sneaker oder die blinkenden Winterstiefel mit Dinos voller Stolz selbst anziehen wollen und einfach nur glücklich sind. 


Langfristige Auswirkungen des richtigen Schuhwechsels

Der Übergang von Lauflernschuhen zu normalen Schuhen markiert einen wichtigen Entwicklungsschritt, der langfristige positive Effekte haben kann:

1. Optimierte Fußentwicklung:
Durch den schrittweisen Wechsel stellen Sie sicher, dass die Füße weiterhin optimal unterstützt werden. Eine gute Passform und ausreichende Stabilität fördern eine gesunde Fußentwicklung und beugen Fehlstellungen vor.

2. Verbesserte Körperhaltung:
Stabile Schuhe tragen dazu bei, dass das Körpergewicht gleichmäßig verteilt wird. Dies kann langfristig zu einer besseren Körperhaltung und einer geringeren Belastung von Knien und Rücken führen.

3. Stärkung des Selbstbewusstseins:
Der Wechsel zu modischeren, altersgerechten Schuhen kann das Selbstbewusstsein Ihres Kindes stärken. Sich in seinem Schuhwerk wohlzufühlen, fördert das Gefühl der Eigenständigkeit und unterstützt die soziale Entwicklung.

4. Vielseitigkeit für zukünftige Aktivitäten:
Mit normalen Schuhen ist Ihr Kind für eine Vielzahl von Aktivitäten gut gerüstet. Ob im schulischen Umfeld, beim Sport oder in der Freizeit – stabile und zugleich bequeme Schuhe sind ein wichtiger Begleiter für den Alltag.


Fazit: Lauflernschuhe bis wann? – Den richtigen Moment erkennen

Die Frage „Lauflernschuhe bis wann?“ ist nicht pauschal zu beantworten – sie hängt, wie so vieles andere auch, von der individuellen Entwicklung Ihres Kindes ab. Ein sicherer, stabiler Gang, ausgereifte Fußmuskulatur und der Wunsch nach modischer Vielfalt sind klare Indikatoren dafür, dass der Übergang zu normalen Schuhen bevorsteht. 

Nutzen Sie regelmäßige Fußmessungen, eine abwechselnde Tragephase und positive Bestärkung, um den Übergang optimal zu begleiten. Mit einem gut geplanten Wechsel legen Sie den Grundstein für eine gesunde Fußentwicklung, stärken das Selbstbewusstsein und fördern die Selbstständigkeit Ihres Kindes. Falls Sie sich nicht sicher sein sollten, ob der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel zu normalen Schuhen gekommen ist, besuchen Sie uns gerne im Herzen von Hamburg-Eimsbüttel. Wir beraten Sie gerne!

Mit herzlichen Grüßen,
Ihre Graza